Mai 19

Neuer Mazda CX-5 schreibt die Erfolgsgeschichte des Vorgängers fort

Vom Eroberer zum

Bestseller mit

Feinschliff in

Komfort und Technik

Von Lothar Dönges

Mazda boomt seit Jahren. Wesentlichen Anteil daran hat das Sports Utility Vehicle (SUV) CX-5. Vor fünf Jahren kam der japanische Geländegänger, der, wie so viele SUV, auch auf dem Boulevard eine gute Figur abgibt, auf den Markt. Schnell löste er in Deutschland den Mazda 3 als beliebtestes Modell der Marke ab. Der jetzt bei den Händlern stehende Nachfolger wird die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Rund 1500 Vorbestellungen gab es seit März, bis Ende des Jahres sollen rund 11 000 CX-5 verkauft sein, und 20 000 Exemplare künftig in einem vollen Jahr über den Ladentisch gehen. Die markantere Optik der zweiten Generation, viel Feinschliff im Innenraum sowie verbesserte und erweiterte technische Features bilden eine gute Basis dafür.

Die Frontpartie des neuen Kompakt-SUV ist dreidimensional ausgeformt und in mehrere scheinbar schwebende Elemente geteilt. Der aufrecht stehende Wabengrill ist gegenüber dem ihn umgebenden Chromrahmen um einige Zentimeter zurück versetzt, was den skulpturalen Gesamteindruck unterstützt.
Der Wegfall der geschwungenen Fensterlinie im Profil trägt deutlich dazu bei, dass der Neue wesentlich erwachsener wirkt. Und das Heck, das den muskulösen Auftritt zelebriert, wird erst richtig interessant, wenn man die Klappe öffnet. Dort kommt erstmals in dieser Baureihe eine automatisch öffnende Tür zum Einsatz (Bestausstattung Sports-Line).

Die Ladekante ist mit 72 Zentimetern für ein SUV dieser Klasse erfreulich niedrig. Hinter der Klappe kann ein Kofferraum-Volumen von 506 Litern genutzt werden, nach Umlegen der rückwärtigen Lehnen ist das Gepäckfach bis auf 1620 Liter erweiterbar. Die Fondpassagiere finden eine erfreuliche Bewegungsfreiheit vor und können auf Wunsch auch von Annehmlichkeiten wie beheizbaren Sitzen profitieren. Kopf- und Beinfreiheit sind ausreichend.

Head-up-Display wie bei Premium-Herstellern

Ein weiteres Novum drängt sich vor dem Fahrer ins Bild. Der CX-5 dürfte das einzige Auto sein, für das zwei verschiedene Head-up-Display-Systeme verfügbar sind. Außer der bekannten, auf eine zusätzliche Plexiglasscheibe projizierende, Anlage gibt es jetzt eine, die Informationen, Tempo-, Verbotshinweise oder Navi-Befehle direkt auf die Innenseite der Windschutzscheibe wirft. Bisher war dies nur von Premiumherstellern bekannt. In der höchsten Ausstattungslinie ist das System sogar serienmäßig an Bord.

Viel Mühe verwendet Mazda auf den Anspruch, dass der Mensch im Mittelpunkt aller Optimierungsbestrebungen seiner Fahrzeuge stehen soll. Gern wird das Bild der „Einheit von Ross und Reiter“ (Jinba Ittai) zitiert, um ergonomische und bedienerfreundliche Lösungen zu präsentieren. Die verbesserte Platzierung der Pedale, eine Anhebung der Mittelkonsole um 40 Millimeter, die Angleichung der Höhen von Armlehnen – all dies soll eine ausgewogene Sitzposition und entspanntes Fahren fördern. Die Sitze wurden überarbeitet und stärker konturiert sowie mit zahlreichen Dämmungsmaßnahmen die Innengeräusche reduziert. Manchmal sind es Winzigkeiten, die große Wirkungen entfalten: Die Scheibenwischer wurden einige Millimeter tiefer angebracht, so dass sie nun unter der Kante der Motorhaube verschwinden und keine Verwirbelungsgeräusche mehr produzieren.

Die Beliebtheit seines Produkts misst Mazda nicht zuletzt an der Anzahl der Kunden, die von anderen Marken zum CX-5 wechseln. In der Vergangenheit waren es um die 60 Prozent. Als Konkurrenten gelten zum Beispiel VW Tiguan, Ford Kuga, Hyundai Tucson oder Nissan Qashqai. Bei 56,7 Prozent liegt die Ausrüstungsquote mit Allradantrieb, die damit höher ist als bei vielen anderen Herstellern, die ihre SUV sowohl mit Front- als auch mit 4×4-Antrieb anbieten.

Benziner und Diesel für insgesamt zehn Varianten

Ab 24 990 Euro kann man den neuen CX-5 sein Eigen nennen. Genau 2000 Euro beträgt bei einem CX-5 mit 2,0-Liter-Benziner der Aufschlag für eine AWD-Version, wobei die Allradkunden allerdings auf fünf Pferdestärken Leistung verzichten müssen und 4×4-Technik ohnehin erst ab „Exklusive-Line“ erhältlich ist. Zusätzlich zu diesem mit Handschaltung oder Automatik kombinierbaren Aggregat wird noch in diesem Jahr ein überarbeiteter 2,5 Liter-Vierzylinder das Motorenprogramm ergänzen. Die Besonderheit des 194 PS starken Aggregats liegt nicht nur im stattlichen Hubraum, sondern auch in der Fähigkeit, zwei Zylinder bei geringer Last abschalten zu können. Der Verbrauch soll so auf kombinierte 7,1 Liter (CO2-Ausstoß 162 g/km) sinken.

Immerhin sechs Varianten bietet die Diesel-Fraktion des CX-5 auf, wo der Einstieg ab 27 090 Euro möglich ist. Mit 150 PS geht es los. Wer eine Sechsgang-Automatik wünscht, zahlt 1800 Euro mehr. Allerdings ist der 2,0-Liter-Diesel mit einem Drehmoment von 210 Newtonmetern (Nm) kein Sprinter. Wer den Wunsch nach mehr Temperament hat, greift wohl zum 2,2-Liter-Diesel mit 175 PS und stolzen 420 Nm Drehmoment.

Wenn sich, wie bei dem getesteten CX-5, die Kraft auf alle vier Räder verteilt, ist ein kurzweiliges Fahrvergnügen garantiert. Das volle Drehmoment packt bei 2000 Umdrehungen fest zu. Das Auto stürmt so druckvoll nach vorn, dass in weniger als zehn Sekunden die 100-km/h-Marke erreicht ist. Harmonische Gang- und Richtungswechsel, Vertrauen erweckende Lenkpräzision und geringe Seitenneigung in schnellen Kurven sind auf der Habenseite zu verbuchen. Der auf dem Prüfstand mit 5,4 Litern ermittelte Verbrauch lag indes 1,5 Liter höher.

 

Ordentliche Ausstattung schon in der Basisversion

Die Prime-Line stellt die Basisausstattung eines CX-5 dar. In dieser Version rollt der Wagen serienmäßig unter anderem mit Berganfahr- und City-Notbremsassistent, Start-/Stopp-System, elektrischen Außenspiegeln, LED-Scheinwerfern, Zentralverriegelung. höhenverstellbaren Vordersitzen, Tempomat und Klimaanlage sowie einem Radiosystem nebst USB- und AUX-Anschlüssen auf den Hof. Center-, Exclusive- und Sports-Line bieten noch jede Menge mehr Annehmlichkeiten und technische Helferlein, so dass der serienmäßige Preis auf knapp unter 40 000 Euro ansteigen kann.

Fotos (4): Lothar Dönges/(1): Mazda

Fakten und Technik

Mazda CX-5 Skyactiv-D 175 AWD
Maße: 4,55 m/1,84 m/1,68 m (Länge/Breite/Höhe)
Radstand: 2,70 m
Motor: R4-Turbodiesel, 2191 ccm
Leistung: 175 PS bei 4500 U/min
Max. Drehmoment: 420 Nm bei 2000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
Beschleunigung: 0-100 km/h 9 Sek.
Verbrauch (EU-Norm): 5,4 l/100 km

CO2-Emissionen: 142 g/km (Euro 6)
Leergewicht/Zuladung: 1595 kg/max. 623 kg
Anhängelast: 2100 kg

Gepäckraum: 506-1620 Liter
Wendekreis: 12 m
Basispreis: 37 990 Euro

Bernhard Kaplan, Geschäftsführer von Mazda Deutschland:

„Ohne den Diesel geht’s vorerst nicht“

Seit der Einführung der ersten CX-5-Generation im Frühjahr 2012 sind die Verkaufszahlen von Mazda in Deutschland stetig gestiegen. Damals fanden die Produkte des japanischen Herstellers hierzulande rund 41 000 Autofreunde, im vergangenen Jahr waren es schon über 63 000. In den ersten vier Monaten dieses Jahres konnte Mazda bei den Zulassungen noch einmal um 4,3 Prozent zulegen. Diese zufriedene Zwischenbilanz zog der Geschäftsführer von Mazda Motors Deutschland, Bernhard Kaplan, im Rahmen der Präsentation des neuen CX-5.

Seit der Markteinführung hat sich das Kompakt-SUV zum meistverkauften Mazda in Deutschland entwickelt. Bis Ende des vergangenen Jahres waren es 77 409 Kunden, die sich für den Bestseller entschieden. Mit 52 Prozent stellten die privaten Kunden die größte Käufergruppe, gefolgt von 30 Prozent gewerblicher Verkäufe. Mehr als die Hälfte aller Kunden entschieden sich im zurückliegenden Jahr für den Allradantrieb und über 40 Prozent für die höchste Ausstattung Sports-Line. „Außerdem hat uns der CX-5 viele neue Kunden zur Marke gebracht, denn 60 Prozent kommen bei ihm von anderen Fabrikaten“, so Kaplan nicht ohne Stolz. Künftig will der Deutschland-Chef vom „besten Pferd im Stall“ jährlich rund 20 000 Zulassungen bilanzieren.

Dieses Ziel wollen die Japaner mit einem Motorenmix zwischen 150 und 194 PS und Hubräumen von zwei bis 2,5 Litern erreichen. Vier Benzin- und sechs Dieselmotoren werden angeboten.

Bei den bisher schon abgeschlossenen Kaufverträgen für den neuen CX-5 liegt der Dieselanteil bei knapp 43 Prozent, berichtete Presse-Direktor Jochen Münzinger. Auf das Gesamtjahr gesehen geht er von einem auf etwa 55 Prozent steigenden Dieselanteil aus. Auf diesem Level bewegte sich auch das bisherige Modell.

Die Frage nach Front- oder Allradantrieb beantwortete Münzinger ebenfalls. 57 Prozent der CX-5-Käufer entschieden sich mit der Generation eins für den Vierradantrieb. Mit dem neuen Modell erwartet Mazda einen AWD-Anteil von 62 Prozent.

Der neue CX-5 soll seinen Vorgänger im Verbrauch mit dem vom Hersteller selbst entwickelten Skyactiv-Motoren um rund vier Prozent unterbieten. Dazu Geschäftsführer Kaplan: „Es ist der richtige Weg, neben der Entwicklung von lokal emissionsfreien Elektrofahrzeugen auch den Verbrennungsmotor konsequent weiter zu entwickeln. Ohne den Dieselmotor wird die Industrie das anspruchsvolle europäische CO2-Flottenziel von 95 g/km im Jahr 2020 kaum erreichen können.“ (ld)

 

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