Aug 26

Toyota senkt die CO2-Flottenemissionen in Deutschland auf 107,8 Gramm

Toyota Mirai blau, seiteBrennstoffzelle:

Mit dem Toyota Mirai

hat die Zukunft

im Autobau begonnen

Von Lothar Dönges

Im ersten Halbjahr 2016 hat Toyota die CO2-Flottenemissionen (Kohlendioxid-Ausstoß) seiner in Deutschland zugelassenen Neuwagen um 7,5 Prozent auf durchschnittlich 107,8 Gramm pro Kilometer gesenkt. Fast jedes dritte verkaufte Toyota-Fahrzeug fährt europaweit inzwischen mit Hybrid-Antrieb. In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 37 Prozent. Die Hybrid-Technologie (Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor) sowie der Brennstoffzellen-Antrieb (Wasserstoff) werden künftig eine noch viel bedeutendere Rolle im Autoantrieb spielen.

Toyota Mirai, blau hintenWie können wir mit Hilfe erneuerbarer Energien und Ressourcenschonung nachhaltig produzieren? Welche alternativen Antriebe können wir bereit stellen?“ Das waren die Fragestellungen bei einem Technikseminar des japanischen Herstellers.

Der Weltmarktführer im Automobilbau hat seit 1977 rund neun Millionen Hybridfahrzeuge auf die Straße gebracht. Pionier dieser Technologie ist der Toyota Prius. Das Mittelklassefahrzeug mit nur drei Litern Kraftstoffverbrauch auf hundert Kilometern und CO2-Emissionen von lediglich 70 g/km gibt es inzwischen in der vierten Generation. 136 000 Fahrzeuge wurden von der ersten Modellreihe gebaut, von der zweiten Generation schon 1,1 Millionen Autos abgesetzt. Dirk Breuer, Technik-Sprecher von Toyota in Deutschland, teilte mit, dass der Hersteller schon jetzt mehr Hybrid- als Dieselfahrzeuge produziert und Toyota vom Kleinwagen Yaris bis hin zur Oberklasse, dem Lexus 600h, die gesamte Segment-Palette abdeckt.

So habe man in 2015 schon mit nur 87,3 g/km CO2-Ausstoß im Schnitt aller Hybridmodelle den Stand der Technik erreicht, den der Gesetzgeber erst für das Jahr 2021 festgelegt hat. Derzeit verkauft Toyota 1,3 Millionen Hybrid-Fahrzeuge im Jahr. Breuer: „Wir werden die Produktion der Hybridfahrzeuge weiterhin forcieren, auch, weil diese Technik sehr solide und verschleißarm ist.“

Die Zielsetzung von Toyota ist nach den Worten von Breuer, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 bei der Herstellung von Flottenfahrzeugen um 90 Prozent zu senken. Recycling spielt dabei eine große Rolle. Schon heute sind vom Toyota Prius 95 Prozent der verbauten Materialien wiederverwendbar.

Dabei ist das aktuelle Modell „der sicherste Prius aller Zeiten – unter anderem auch durch die vielen Sicherheitssysteme“. Das Fahrzeug gibt es seit 2008 auch mit Hybrid Plug-in-Antrieb, seit 2012 den Plug-in als Prius PHV in Großserie. 75 000 Verkäufe registrierte Toyota bisher, im Januar 2017 kommt die nächste Generation des Plug-in.

Darüber hinaus experimentiert Toyota seit mehr als zwanzig Jahren mit Brennstoffzellen-Antrieben.Toyota Mirai, Armarturen Das erste bestellbare Ergebnis ist inzwischen mit der viertürigen Luxus-Limousine Mirai auf dem Markt. Das Auto bietet bei 4,90 Metern Länge vier ausgesprochen bequeme Sitzplätze. Der Mirai hat ein Leergewicht von 1850 Kilogramm, wird von einem 154 PS leistenden Elektromotor angetrieben, beschleunigt in 9,6 Sekunden aus dem Stand auf hundert Stundenkilometer und ist in der Spitze 175 km/h schnell. Das Auto emittiert lediglich Wasserdampf und hat mit 500 Kilometern eine ähnliche Reichweite wie konventionell angetriebene Fahrzeuge. Für Breuer ist die im Mirai verbaute Brennstoffzelle die Antriebs-Technologie der Zukunft.

Nicht die Technologie, sondern vielmehr das Betanken der Fahrzeuge ist derzeit noch das große Problem. 21 Tankstellen für Wasserstoff gibt es bisher auf bundesdeutschem Boden. Das Netz soll kurzfristig auf 50, mittelfristig bis 2023 auf 400 Tankstellen ausgebaut werden.

Nach Ansicht von Breuer jedenfalls ist die Brennstoffzelle im Automobilbau „der ideale Ersatz für den Diesel – insbesondere auf langen Fahrtstrecken“.

Toyota Prius, rot seiteDer Toyota Prius ist der Pionier der Hybridfahrzeuge. Das Mittelklassefahrzeug ist seit 1977 im Programm und inzwischen in der vierten Generation bestellbar. Im Laufe der Jahre ist nicht nur die Technik weiter vaoran geschritten, sondern vor allem ist sein Blechkleid immer chicer geworden. Hier zeigt er sich vor der Müngstener Brücke in Solingen. Sie ist die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland.

Fotos (4): Lothar Jungmann

 

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